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Gleichberechtigung macht nicht gleich!
Bremen, 02. September 2008. Jungs und Mädchen zusammen unterrichten? Spätestens seit der Mitte des letzten Jahrhunderts ist Koedukation die favorisierte Schulform in der westlichen Welt und wird bis heute kontrovers diskutiert. In der Bundesrepublik Deutschland ist in Artikel 3 des Grundgesetzes die Gleichberechtigung von Männern und Frauen festgeschrieben. Dies beinhaltet auch das Recht auf gleiche Bildungschancen und den uneingeschränkten Zugang zu gleicher Bildung.
Aber heißt das zwangsläufig, dass Jungs und Mädchen auch gleich lernen? Und was ist in der Pubertät, wenn Geschlechterrollen besonders stark ausprobiert werden? Weil es uncool ist Schularbeiten ordentlichen zu erledigen, weil „Blaustrümpfe" nicht die coolen Typen in der Klasse abkriegen? Weil sich ein Mädchen eben nicht für Naturwissenschaften interessiert, weil Naturwissenschaften angeblich unweiblich sind? Auch dem starken Geschlecht geht es in diesem Alter nicht besser. Von der Natur in Sachen Sprache eher benachteiligt, sind Deutsch und Fremdsprachen eben nur etwas für Mädchen. Wie schade. Tradiertes Rollenverhalten ist bei aller Aufgeklärtheit und Rechtssprechung in vielen Köpfen verankert. Und diese betrifft nicht nur Großeltern sondern alle, inklusive Lehrer und Lehrerinnen. Ein anderer Aspekt ist die Tatsache, dass naturwissenschaftliche Lehrpläne von der männlichen Sichtweise geprägt sind und Lehrbücher nicht an die Anforderungen eines koedukativen Unterrichts angepasst wurden.

 

Untersuchungen in vielen Länder haben ergeben, das ein zumindest zeitweiser oder auf bestimmte Fächer konzentrierter „Single Sex"-Unterricht positive Auswirkungen auf die Chancengleichheit junger Menschen haben kann. Die Leistungen werden nicht unbedingt signifikant besser, aber das Interesse verlagert sich nachweislich. Einschlägige Studien haben ergeben, dass Mädchen, die ein Jahr lang in einer Mädchenklasse Physikunterricht hatten, sich bei der Fächerwahl für die Oberstufe eher für Naturwissenschaften entscheiden konnten. Gleiches Recht gilt auch hier für die Jungs: In Großbritannien wurde in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts herausgefunden, dass Jungen in reinen Jungenklassen sich eher für Sprachen und Geisteswissenschaften interessieren konnten und dieser Fächer messbar mehr anwählten.

 

Am anderen Ende der Welt, in Neuseeland, hat sich die getrennte Unterrichtung von Mädchen und Jungen in Oberschulen erhalten und weiterentwickelt. Das öffentliche Schulsystem Neuseelands hat eine andere Art der Koedukation zu bewältigen. Dort geht es um die gemeinsame Erziehung von den Nachkommen der Einwanderer und den Kindern der Maori. Hier ist Bildung und Leistungswille ein hohes Gut und ein wesentliches Merkmal der neuseeländischen Bildungspolitik. In neuseeländischen Gymnasien, wie der größten Oberschule für Mädchen im Land, der Epsoms Girls Grammar School, Auckland, werden seit über neunzig Jahren Mädchen individuell und ohne Rücksicht auf ihre Herkunft auf ein Studium oder eine andere Berufsausbildung erfolgreich vorbereitet.

 

Die Epsoms Girls Grammar School bietet ein umfangreiches Angebot für internationale Austauschschülerinnen an. Peter Verner, einer der stellvertretenden Direktoren, ist am 01. Oktober 2008 in Bremen, um Interessierten einen Überblick über die Vorzügige eines Austauschjahres für Mädchen an einer neuseeländischen Schule vorzustellen. Dies ist ein interessanter Aspekt für junge Menschen und ihre Eltern, ein Auslandsjahr erfolgreich zu planen.

Informationsveranstaltung :

01. Oktober 2008, 17.00 Uhr

Ort: Willehad-Saal der St.-Johannis-Schule

Domsheide, der Ausschilderung folgen.

28195 Bremen

(ÖPNV Haltestellen Domsheide der Linien 2,. 3, 4, 5, 6, 8, 24 und 25)

Der Referent Peter Verner arbeitet seit mehr als 30 Jahren für das neuseeländische Bildungssystem. Er ist Lehrer für Deutsch, Französisch sowie Latein und unterrichtet zur Zeit ausschließlich Japanisch. Innerhalb des Leitungsgremiums der Epson Girls Grammar School ist er für das Team, das Austauschschülerinnen betreut, verantwortlich.

Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber erwünscht: Admundi Language Service, Tel. 0421 - 560125


 


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